Zahlen zum Auge:

Auf dieser Seite werden interessante Zahlenangaben zum Auge aufgeführt. Zur Erklärung der einzelnen Strukturen siehe auch unter Bestandteile des Auges:

  • Das Sehen ist der bedeutsamste Sinn, über den wir verfügen. Mit keinem anderen Sinnesorgan können wir annähernd so viel Information in so kurzer Zeit aufnehmen. Man schätzt das 70% aller für den Menschen wichtigen Informationen durch das Sehsystem (Alles was für das Sehen notwendig ist: Auge, Sehnerv, Sehzentrum etc.) aufgenommen werden. Insbesondere in der heutigen visuell ausgerichteten Gesellschaft ist die Bedeutung eher noch höher anzusetzen. Um so dramatischer ist es, wenn das Sehen ausfällt und Blindheit auftritt.

  • Das Auge wiegt 7,5 Gramm, ist hohl und kugelförmig. Beim Erwachsenen hat es einen mittleren Durchmesser von 2,3cm (Kind 1,7). Das Volumen beträgt 6,5 cm3

    Zahlen und Maße zum Auge

  • Im weißen Bereich des Auges (Lederhaut = Sklera) ist die Wand des Auges 0,3 bis 1,35mm dick. Die Hornhaut - das Fenster zum Auge - ist der klare Bereich in der Mitte mit dem dahinter gelegenen schwarzen (der Pupille) und dem farbigen Bereich (der Iris). Sie hat einen Durchmesser von ca. 11mm, ist ca. 0,5-0,6mm dick und bündelt das Licht zusammen mit der Linse auf die Netzhaut hinten im Auge. Die Brechkraft d.h. die Fähigkeit das Licht abzulenken und zu bündeln beträgt 43 Dioptrien.

  • Die Aderhaut, die stark durchblutete mittlere Schicht der Augenwand ist 0,1-0,3mm dick. Pro Minute wird ein halber Liters Blut durch das Auge gepumpt. 95% Prozent davon fliessen dabei durch die Aderhaut.

  • Die Iris (Durchmesser 12mm und Dicke 0,5-3,0mm) mit ihrer zentralen Öffnung der Pupille, regelt wie die Blende an einer Photokamera den Lichteinfall ins Auge und schützt vor Überreizung (Blendung) der Netzhaut. Bei großer Helligkeit ist die Pupille am kleinsten (1-2 mm) und im Dunkeln am größten (ca.9 mm). Dies ermöglicht ihr sechzehnmal so viel Licht durchzulassen. Zwischen einer Neumondnacht und gleißendem Sonnenlicht liegt jedoch ein Helligkeitsunterschied von 1 zu einer Milliarde, dies alles muß ein Auge regeln können. Wobei die Iris hier nur einen Teil leisten kann, sozusagen die Vorfilterung. Der Rest wird in der Netzhaut geregelt. Die Augenfarbe entsteht durch die bläuliche Grundtönung der Iris und die evtl. zusätzliche Beschichtung mit bräunlichen Pigmentzellen (s. Augenfarbe). 10 % der Weltbevölkerung sind blauäugig..

    Iris

  • 6 Muskeln bewegen es in die verschiedenen Richtungen. Fällt einer aus, z.B.durch Verletzung des Muskeln selber oder des steuernden Nervens bzw. durch Fehlfunktionen in der Ansteuerung im Gehirn, tritt Schielen auf. Diese Muskeln müssen Schwerstarbeit leisten, da sie 100.000e mal pro Tag in Aktion treten um die Augen in die richtigen Richtungen zu stellen. Eine zusätzliche Belastung stellt hier z.B. die Bildschirmarbeit dar.

  • Die knöcherne Augenhöhle enthält das Auge, die Muskeln, polsterndes Fettgewebe und die Nerven und Blutgefäße. Ihr Volumen beträgt ungefähr 30ml.

  • Die Netzhaut ist in den unterschiedlichen Arealen auch verschieden leistungsfähig. Die maximale Sehschärfe (100%) besteht nur im Bereich der 0,35mm im Durchmesser betragenden Foveola (Punkt des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut), dem Zentrum der Fovea. Hier befinden sich 147.000 Zapfen (lichtempfindliche Rezeptoren) pro Quadratmillimeter. Man vergleiche das mal mit den Bildpunkten auf einem Monitor. Beim Lesen erfasst die Foveola gerade mal 2 Buchstaben gleichzeitig.Die Dichte der Rezeptoren - und damit die Sehschärfe -nimmt zum Rand der Netzhaut immer mehr ab. Insgesamt gibt es 7 Mio. Zapfen (Farbrezeptoren) und 120 Mio. Stäbchen (Schwarz-Weiß-Rezeptoren). Die Lichtempfindlichkeit der Stäbchen ist höher, daher sieht man mit zunehmender Dunkelheit nicht mehr farbig sondern nur noch grau und zudem nicht so scharf, da in der Mitte der Netzhaut - der Foveola - nur Zapfen vorhanden sind. Die Makula ist etwas größer (ca. 5 mm Durchmesser) als die Fovea (ca. 1,5 mm Durchmesser und 0,2mm dick), wobei die Fovea in der Mitte der Makula liegt. Außerhalb der Makula beträgt die Sehschärfe weniger als 30% (vergleiche Gesichtsfeld unten). Fällt die Makula durch eine Erkrankung (Makulaödem, Makulopathie) aus, fehlt die Mitte beim Sehen. Das Gesicht der Person gegenüber fehlt z.B. Die Prozentzahlen beziehen sich auf eine sogenannte volle Sehschärfe (Visus 1,0 oder 100% für Laien). Vor allem beim jüngeren Patienten ohne Sehfehler besteht sogar noch eine höhere Sehschärfe von bis zu 1,6 also 160% (vergleiche hierzu auch die Seite zum Sehtest und dort den Begriff Sehvermögen). Bei Neugeborenen und Kleinkindern ist das Sehvermögen jedoch noch nicht voll entwickelt (s.Entwicklung des Sehvermögens auf der Seite Kinderuntersuchung) Das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges, d.h. der geringste Abstand zwischen 2 gesehenen Punkten beträgt 1/120 Bogengrad. Das Bewegungssehen, d.h. die Fähigkeit Bewegung als solche zu erkennen beginnt bei 1-2 Winkelminuten pro sec.

  • Der das Auge zwischen Linse und Netzhaut ausfüllende Glaskörper hat ein Volumen von 4ml.

  • Das Gesichtsfeld (der ohne Augenbewegung mit beiden Augen gleichzeitig sichtbare Bereich) beträgt je nach Alter 174 bis 138 Grad mit abnehmender Tendenz zum höheren Alter hin. Bei Frauen ist es wenige Grad breiter als bei Männern (ist genetisch bedingt und wird gerne in “sexistischen” Vergleichen der Geschlechter aufgeführt). Zahlen dazu s. HIER

  • Farbsehstörungen sind meist erblich. Aufgrund einer Vererbung über die Geschlechtschromosomen (x-chromosomal rezessiv) sind 7,5% der Männer und nur 0,25-0,5% der Frauen von einer Farb- schwäche oder Farbblindheit für eine Farbe betroffen. Meist handelt es sich um eine Schwäche des Grünsehens. Ein normalsichtiger Mensch kann 100.000 bis 1 Million Farbnuancen unterscheiden aber nicht so viele benennen. Meist werden 11 Grundfarben (Weiß, Schwarz, Rot, Grün, Gelb, Blau, Braun, Orange, Rosa, Purpur und Grau) unterschieden und evtl. durch 150-200 zusätzliche Farbbenennungen in Anlehnung an entsprechend gefärbte Objekte weiter spezifiziert (z.B. Kirschrot, Kupferrot, Lachsrot etc.).

  • Der Sehnerv, der die Bildinformationen an das Gehirn leitet, ist in der Augenhöhle 3-4mm dick, 25mm lang und hat 1 Million Fasern. Er geht durch einen Knochenkanal in die Schädelhöhle und leitet seine Information in das Gehirn. Der Seheindruck, das eigentliche Bild, entsteht erst im Gehirn, dem Sehzentrum im Hinterkopf. Fällt dieses aus - z.B. durch einen Schlag auf den Hinterkopf - ist man blind, obwohl das Auge noch intakt ist.

  • Das optische System des Auges besteht im wesentlichen aus der Hornhaut mit einer Brechkraft von 43 Dioptrien und der Linse mit einer variablen Brechkraft von 19-33 Dioptrien. Zum Vergleich: Bei mittlerer Kurzsichtigkeit braucht man eine Brille von 2-4 Dioptrien.

  • Die menschliche Linse wiegt im Mittel 0,174 Gramm (65mg bei der Geburt und bis zu 270mg im Alter durch Wachstum und Verhärtungsprozesse). Sie hat einen Durchmesser von 6,5-9mm. Im Laufe des Lebens nimmt ihre Dicke durch Alterungsprozesse von 3,5mm bis auf ca. 5mm im 80. Lebensjahr zu. Sie trübt zusätzlich ein, das Kontrastsehen nimmt daher ab und es kommt zum “Grauen Star”. Ein Auge ohne Sehfehler sieht im entspannten Zustand nur weit. Für ein Sehen in die Nähe muß sich die Linse verformen und ihre Brechkraft (Fähigkeit in der Nähe “scharf zu stellen”) dadurch erhöhen. Diesen Vorgang nennt man Akkommodation. Die maximale Brechkraftder Linse nimmt mit dem Alter ab. Dies bedeutet, daß der nächste Punkt den man scharf erkennen kann, immer weiter weg rückt. Mit 10-19 Jahren liegt er noch bei 7cm vor dem Auge, mit 40-49 Jahren bei 22cm und mit 60-69 Jahren bei 100 cm. Zahlen dazu auch HIER. Man spricht von der sogenannen “Altersweitsichtigkeit”. Diese ist der Grund für die Lesebrille.

  • Die Tränenproduktion beginnt in der 3. Lebenswoche und beträgt täglich ca. 1 Gramm. Im ganzen Leben sind es durchschnittlich 80 Liter Tränenflüssigkeit, entsprechend 2 Milliarden einzelnen Tränen. Bei Erwachsenen werden 38mg/Stunde und bei Kindern 84mg/Stunde ausgeschieden. Man unterscheidet eine Grundproduktion von 1,2 Mikroliter (1,2 millionstel Liter) von einer auf Reize hin um das 100- fache gesteigerten Reizsekretion, das sogenannte Weinen oder Augentränen. Hierzu kommt es durch das Auge “ärgende” Dinge wie Kälte, grelles Licht, Fremdkörper etc. aber auch aus psychischen Gründen(siehe auch Gründe für tränende Augen). Die Tränen laufen über die Augenoberfläche und befeuchten sie, bewirken optisch ideale Verhältnisse, verteilen Nährstoffe, bringen desinfizierende Substanzen und spülen Fremdkörper weg. Die Tränen bilden eine vor Austrocknung schützende Schicht, den sogenannten Tränenfilm. Er ist 3 Mikrometer (3 Tausendstel Millimeter) dick. Verteilt werden die Tränen durch die Lider (die “Scheibenwischer” des Auges, wischen ca. alle 4-6 Sekunden über das Auge), um anschließend durch die Tränenkanälchen in die Nase abzufliessen. Die Tränenkanälchen bis zum Tränensack sind 10mm lang. Vom Tränensack (10-14x5mm) sind es dann noch 12-18mm bis in die Nase. Insgesamt sind also die abführenden Tränenwege ca. 36mm lang. Probleme entstehen mit dem Abfluß durch Tränenwegserkrankungen. Probleme bei der Tränenproduktion, ein nicht optimaler Tränenfilm oder Störungen der Lidfunktion können zum “Trockenen Auge” führen. Das zusätzliche Fassungsvermögen des Bindehautsackes des Unterlides beträt 20-30 Mikroliter Flüssigkeit. Ein üblicher therapeutischer Augentropfen aus einer Dosierflasche enthält 25-55 Mikroliter Flüssigkeit, d.h. ein Teil der Augentropfen läuft immer über das Unterlid. Die psychischen/emotionalen Gründe für das sogenannte “Weinen” sind Freude, Trauer und Zorn. Bis zum 13. Lebensjahr weinen Jungen und Mädchen etwa gleich häufig. Später ändert sich das. Männer weinen 6-17 mal pro Jahr und Frauen 30-64 mal. Männer lassen im Mittel ihre Tränen zwei und Frauen sechs Minuten laufen. Bei 65 Prozent der Frauen geht das Weinen in Schluchzen über, aber nur bei sechs Prozent der Männer. Frauen weinen am ehesten, wenn sie sich unzulänglich fühlen oder vor schwer lösbaren Konflikten stehen bzw. wenn sie sich vergangener Lebensepisoden erinnern. Männer weinen mehr aus Mitgefühl oder wenn die eigene Beziehung gescheitert ist. Der eigentliche Nutzen und die genauen ursächlichen Zusammenhänge des Weinens sind bis heute nicht letztendlich geklärt.

  • Der Druck im Inneren des Auges beträgt 12-21mmHg (mmHg heißt “mm Quecksilbersäule”, eine alte Einheit zur Druckmessung). Zum Vergleich: Der Blutdruck schwankt zwischen 80 und 140mmHg. Steigt der Augeninnendruck zu hoch kann es zum Grünen Star kommen.

  • Die Vorläufer der Sehzellen (Stäbchen und Zapfen) fanden sich vor dem eigentlichen Auge.im Gehirn eines gemeinsamen Urahnen der Würmer und Menschen. Das Auge gibt es ungefähr seit 538 Millionen Jahren (siehe auch Entwicklungsgeschichte des Auges)

  • Jedes Quartal fallen 7,5 Millionen Behandlungsfälle in den deutschen Augenarztpraxen an. 6% davon sind Kleinkinder. Die häufigsten Diagnosen sind Grauer Star (20%), Makuladegeneration (15%), Grüner Star (12%), Zuckererkrankung (10%) und Entzündungen und Verletzungen (18%).

  • Statistiken des Berufsverbandes der Augenärzte zur Häufigkeit und den Ursachen von Augenkrankheiten allgemein finden Sie unter: http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/presse/statistiken.html.

(Stand 03.02.2019)