Lidzucken:

Augenzucken, genauer gesagt, wenn die Lider “zucken”, ist sehr “nervig” und auch optisch störend bis peinlich. Wo kommt das her und welche Ursachen muß man unterscheiden ?

1. Das Muskelfibrillieren;

Auch faszikuläre Zuckungen genannt. Für Tage oder selten auch Wochen zuckt manchmal ein Augenlid. Es zieht sich seitlich zusammen, was sehr störend ist. Erstaunlicherweise sieht das Gegenüber dies kaum, da es nur sehr leicht ist und man schon sehr genau hinschauen muß, um es zu erkennen.

Schönes Lid

Es kann das Oberlid oder das Unterlid betroffen sein. Ursache ist Nervosität und vegetatives Ungleichgewicht. Gefördert wird es durch trockene Augen und andere Reizerscheinungen an der Oberfläche des Auges oder der Lider (z.B. Blepharitis). Für das Auge ist es völlig harmlos und verschwindet von selbst wieder. Man sollte die Augenoberfläche mit künstlichen Tränen pflegen, ein bißchen zur Ruhe kommen und ggf einen heißen Waschlappen auf das geschlossene Lid legen, um den nervösen Lidschließmuskel zu entspannen.. Faszikuläre Zuckungen gibt es auch an Skelettmuskeln (Oberschenkel, Arm etc.). Erklärvideo von Dr. Wimmer dazu im Internet.

2. Der Tic:

Tic-Störungen - nach dem französischen Wort “tic” für Zucken - sind ein typisches Phänomen im Kindesalter. 90% treten vor dem 12. Lebensjahr auf. Am Anfang des Schulalters zeigen etwa 8 Prozent, später sogar 12% aller Kinder Tics. Sogenannte motorische Tics äußern sich in plötzlich einsetzenden, nicht vom Willen gesteuerten und kaum unterdrückbaren kurzen Bewegungen wie z.B. Stirnrunzeln, Hochziehen der Augenbraue, Schulterzucken, übertriebenes Blinzeln etc. Es ist wie der Drang zum Niesen, nicht aufzuhalten. Die meisten Tic-Störungen sind vorübergehend, dauern 2-4 Monate und verschwinden wieder von selbst. Sie sind daher nicht behandlungsbedürftig. Erst wenn der Tic länger als ein Jahr dauert (bei 3-4% der Betroffenen) spricht man von einem chronischen Tic. Erst dann sollten die Kinder einem Kinder- und Jugendpsychiater vorgestellt werden, denn viele dieser Betroffenen haben auch andere Krankheiten wie ADHS und Zwangsstörungen. Dies sind die größeren Probleme und beeinträchtigen die Kinder mehr als der Tic.

3. Der Augenlidkrampf (Blepharospasmus):

Noch auffälliger ist das rhythmische krampfhafte Schließen des ganzen Auges, der Augenlidkrampf. Der Augenschließmuskel wird ohne die Möglichkeit einer willentlichen Beeinflussung aktiviert. Dies ist im Gegensatz zum Tic (s.u. 2.) mehr eine Erkrankung des Erwachsenenalters und im Gegensatz zu der obigen “Befindlichkeitsstörung” des Muskelfibrillierens (s.u. 1.), handelt es sich hier um eine Krankheit. Sie zählt zu den Dystonien. Dies sind Bewegungsstörungen, die durch eine Fehlsteuerung im Gehirn verursacht werden. Folge ist ein nervöses Ungleichgewicht, bei dem nur eine vorübergehende Lähmung des Schließmuskels, mittels einer Spritze, die ein leichtes Muskellähmungsmittel (Botox) enthält, Abhilfe schafft.Betrifft dies beide Augen ist der Patient phasenweise praktisch blind. Man unterscheidet eine idiopathische (primäre, d.h. mit unbekannter Ursache) und eine symptomatische (sekundäre) Form des Lidkrampfes. Man geht davon aus, dass sowohl bei der idiopathischen als auch bei der symptomatischen Form eine Erkrankung der sogenannten Stammganglien im Gehirn mit einer Störung des Dopamin-Stoffwechsels vorliegt. Bei Dopamin handelt es sich um einen Botenstoff (Transmitter) im Gehirn. Dies sind Mechanismen, die auch als Ursache für den Tic diskutiert werden. Zusätzlich vermutet man bei der idiopathischen Form, dass Erbfaktoren bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen Zwar werden die Symptome durch Stress und psychische Belastungen verschlimmert, jedoch handelt es sich nicht um eine psychische Erkrankung. In schweren Fällen kann sich der Lidkrampf auf das ganze Gesicht ausdehnen.

(Stand 01.01.2018)