Sehen von Lichtblitzen:

Helle leuchtende Phänomene vor den Augen, obwohl in Wirklichkeit nichts zu Sehen ist, haben vor allem 2 Ursachen:

1. Migräne

Bei bestimmten Formen der Migräne (“Migräne mit Aura”, s. auch unter Kopfschmerzen) sieht man bevor die Kopfschmerzen losgehen oder manchmal auch ohne einen Zusammenhang mit Kopfschmerzen helle leuchtende Zickzackmuster,helle flimmernde Punkte oder unscharfe Bereiche in denen man nichts erkennt (siehe Bild unten links). Im typischen Fall wandert so ein leuchtender Fleck 15-20 Minuten langsam über das Gesichtsfeld (siehe Bild unten rechts), verschwindet dann und es kommt zu einer Kopfschmerzattacke. Da- bei ist das Auge an sich völlig intakt, allenfalls gerötet und die Ursache sind die - bei der Migräne bekannten -begleitenden Blutgefäßveränderungen im Kopfbereich. .

Migräne

Behandelt wird dieses Phänomen wenn es häufiger auftritt genauso wie eine Migräne mit den entsprechenden Medikamenten und Vorbeugungsmaßnahmen (gegebenenfalls Diät, Entspannungsübungen). Um den eigentlichen Kopfschmerzanfall zu dämpfen und abzukürzen, weiß der erfahrene Betroffene bei Beginn des Flimmerns - der Aura - schon, daß er am besten jetzt gleich seine Medikation nimmt. Es gibt auch andere Frühzeichen aber die “visuelle Aura” ist am häufigsten. Tritt sie ohne die anschließenden Kopfschmerzen auf, ist dies einerseits gut, da es nur ein kleiner “Krampfanfall” der Blutgefäße im Kopf war, andererseits verwirrend, da sich der Betroffene natürlich fragt, was denn da am Auge “kaputt” ist. Die Alltagseinschränkung durch dieses sogenannte “Flimmerskotom”, d.h. den flimmernden Gesichtsfeldausfall ist nämlich häufig so stark, daß man solange nicht fahrtüchtig ist bzw. kaum Lesen oder konzentrierte Naharbeit ausführen kann

Beide Bilder entnommen aus www.migraene-aura.de einer hervorragenden Seite zu den Anzeichen und Ursachen der Migräne

2. Zug an der Netzhaut

Wenn der das Auge ausfüllende Gelee (Glaskörper) im Rahmen von Altersveränderungen schrumpft und sich von der Netzhaut - mit der er ursprünglich verbunden war - löst (akute Glaskörperabhebung bzw.Glaskörperablösung) oder Narbenstränge (im Rahmen von Diabetes, Verletzungen, Entzündungen) im Auge vorhanden sind, kann es zu Zug an der Netzhaut kommen. Diese reagiert dann nicht mit Schmerz, sondern meldet zahlreiche kurze Lichtblitze (Sternchensehen)an das Gehirn. Der Betroffene hat den Eindruck es blitzt für Sekundenbruchteile und dies eventuell häufig hintereinander, obwohl gar keine Ursache in der Umgebung auszumachen ist. In solchen Fällen sollte baldmöglichst der Augenarzt aufgesucht werden, da bei solchem Zug an der Netzhaut Löcher entstehen können, die möglicherweise zu einer Netzhautablösung führen. Werden solche Löcher rechtzeitig erkannt, kann mittels eines Lasers der Bereich verschweißt und eine Netzhautablösung mit evtl. folgender Erblindung oder zumindest starker dauerhafter Seheinschränkung verhindert werden. Die Blitze sind häufig vergesellschaftet mit dem vermehrten Auftreten von störenden beweglichen Flecken im Blickfeld.

Die Glaskörperabhebung ist zunächst einmal ein normaler Alterungsprozess, der häufig unbemerkt abläuft. Tritt sie jedoch mit Begleiterscheinungen, wie den beschriebenen Blitzen und Flecken auf, spricht man von symptomatischer Glaskörperabhebung. Hier liegt dann immer ein erhöhtes Risiko für Netzhautablösungen vor. Kommen gar Blutungen dazu, der sogenannte “Rußregen”, ist das Risiko sogar stark erhöht. Grund zur Panik ist es aber nicht. Es kann aber muß keine Probleme geben. Also ab zum Augenarzt und eine Netzhautuntersuchung machen lassen.

Das kurze “Sehen von Sternchen”, wenn mit dem Kopf irgendwo gegen rennt oder einen Schlag gegen den Kopf bekommt, liegt natürlich auch an den Schleuderbewegungen des Glaskörpers im Auge dabei. Hier muß man aber nicht gleich an eine beginnende Netzhautablösung denken.

Weitere Ursachen für das Sehen von hellen Lichtflecken sind:

3. Stark verringerte Hirndurchblutung

Ist die Blutzufuhr zum Gehirn zeitweilig zu gering, “schaltet es ab” und man wird bewußtlos. Dies tritt jedoch nicht unbedingt schlagartig ein, sondern es kann eine Zwischenphase mit optischen, akustischen oder szenischen Halluzinationen geben. Dabei kommen auch Lichterlebnisse vor, die begleitet sind von einem sehr angenehmen Gefühl. Vor und nach epileptischen Anfällen aber auch bei Herzstillstand kommt dies vor. Letzteres hat dann die sogenannten “Nahtoderlebnisse” zur Folge, bei denen sich der Betroffene nach der Erholung bereits im Paradies wähnte. Wissenschaftlich ist dies jedoch leider kein Beweis für oder wieder ein Leben nach dem Tod oder wie es vielleicht dort aussehen könnte, sondern lediglich ein Effekt der geringen Hirndurchblutung.

4. Druck auf das Auge

Wird auf den Augapfel Druck ausgeübt, kommt es zum Wahrnehmen von hellen Flecken nach dem gleichen Mechanismus wie unter 2. “Zug an der Netzhaut”. Selbsttest: Schließen Sie die Augen und drücken sie mit dem Finger seitlich gegen den Augapfel. Auf der gegenüberliegenden Seite des betroffenen Auges taucht dann ein runder heller Fleck auf. Dies ist die Druckstelle, nur das das Gehirn sie auf der anderen Seite wahrnimmt, da alle Bilder von den Augen umgekehrt und seitenverkehrt “geliefert” werden und daher im Gehirn “umgedreht” werden.

5. Blendung

Bei sehr starker Blendung kommt es zu Gegenreaktionen der Netzhaut wie sie unter Nachbilder beschrieben sind. Dies muß nicht nur Farbumkehr bewirken, sondern geht auch mit Helligkeitsumkehr. Sieht man z.B. in eine sehr helle weiße Lichquelle und blickt dann in eine andere Richtung, sieht man einen gleich großen schwarzen Fleck und einen hellen Ring darum.

6. Lichtringe durch Hornhautveränderungen

Im Rahmen eines sehr hohen Augeninnendruckes beim Grünen Star sieht man verschwommen und farbige Lichtringe um Lichtquellen herum. Dies kommt durch die Schwellung der Hornhaut aufgrund der hohen Druckbelastung. Nach Laseroperationen der Hornhaut (LASIK) kommt es häufig in der Heilungsphase zum Sehen von hellen Lichtkränzen (Halos) um Lichtquellen (z.B. Scheinwerfer) herum. Auch hier ist die Hornhaut nicht ganz so klar und durchsichtig wie sonst.

(Stand: 03.06.2016)