Rosazea:

Was ist eine Rosazea/Rosacea ?

Eine häufige (10% der Bevölkerung), sich in Schüben über Jahrzehnte verschlimmernde Hauterkrankung, die unter anderem zu roten Flecken und Pusteln im Gesicht führt und in einem Drittel mit Augenbeteiligung (Ophthalmorosazea) einhergeht. Sie beginnt häufig mit dem 20. Lebensjahr und hat einen Höhepunkt zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Es gibt jedoch auch viele Kinder, die schon betroffen sind. Sie wird auch Kupferakne genannt.

Wie verläuft sie ?

Es fängt an mit schubweisen Hautrötungen vor allem im Bereich der Wangen, der Stirn und der Nase. Dazu kommt im weiteren Verlauf eine großporige Haut mit sichtbaren Äderchen (“Besenreiser”). Die Betroffenen geraten häufig in den falschen Verdacht zu viel Alkohol zu trinken. Als nächstes entstehen Pusteln und Knötchen (papulopustulöse Rosacea), die ein bisschen an Akne erinnern. Die Haut wird immer großporiger und erinnert an die Oberfläche einer Orange. Schließlich bilden sich im fortgeschrittenen Stadium feste Knoten und Hautverdickungen, die bis zu einer Knollennase (Rhinophym s. Bild unten) gehen können.

Bei Kindern ist der Hautbefall geringer und zeigt sich manchmal nur in einer Rötung rund um den Mund. Dafür liegt hier der Schwerpunkt auf dem Augenbefall mit häufigen Hagelkörnern und nicht selten schwerem Verlauf bis zu starker Sehbeeinträchtigung. Vielfach wird die Erkrankungbei Kindern übersehen, da sie so untypisch verläuft und man nicht daran denkt.

Rosacea

Wie zeigt sich der Augenbefall?

Typisch ist ein phasenhaft verschlimmertes Trockenes Auge mit Lichtempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl. Weiterhin findet sich häufig eine Lidrandentzündung (Blepharitis), evtl. mit Hagelkörnern. Selten kann auch die Hornhaut in Form einer Keratitis betroffen sein, die im Extremfall zur Hornhauttrübung mit starker Seheinschränkung und bis zur Erblindung führen könnte. Die Schwere des Augenbefalls steht nicht im direkten Zusammenhang zur Schwere der Rosazea. Die Augenprobleme können auch Jahre vor dem eigentlichen Auftreten der Rosazea schon auftreten.

Was sind die Ursachen ?

Die Ursache ist unbekannt. Man kennt nur Einflüsse, die den Zustand verschlimmern und deswegen am besten gemieden werden. Hierzu zählen vor allem Alkohol und heiße Getränke wie Kaffee und Tee. Aber auch Hitze und vor insbesondere Sonneneinstrahlung können einen Schub auslösen.

Wie wird sie behandelt ?

Eine spezielle Diät existiert nicht aber am besten ist es die fördernden Faktoren zu meiden. Innerlich werden bestimmte Antibiotika (Doxycyclin) und evt. hochdosiertes Vitamin A über längere Zeiträume gegeben. Bei Kindern unter 8 Jahren müssen teilweise andere Antibiotika als bei Erwachsenen gegeben werden. Äußerlich werden Antibiotikasalben und spezielle Pasten (Metronidaziol, Ivermecitin) angewendet. Auch diese werden monatelang angewendet und müssen auch bei Erreichen der Beschwerdefreiheit noch etwas weiter gegeben werden. Reizende Seifen oder alkoholische Lösungen sind zu vermeiden. Wucherungen wie das Rhinophym können mittels “Radiowellenchirurgie” abgetragen werden. Dies ist Aufgabe eines HNO-Arztes. Die Hautbehandlung und Koordination der Therapie übernimmt der Hautarzt . Die Augenbefunde werden je nach Schwerpunkt entsprechend der üblichen Vorgehensweise bei den jeweiligen Erkrankungen wie Blepharitis, Trockenes Auge etc. durch den Augenarzt betreut.

Wie sind die Ergebnisse ?

Das durchaus unauffällige äußerliche Befund bei konsequenter Therapie und entsprechender Lebensweise erzielbar sind, dafür ist die, von der Erkrankung betroffene, Schauspielerin Cynthia Nixon - bekannt als Miranda aus “Sex and the City” - ein Beispiel. Sie möchte daher auch als Botschafterin für diese Erkrankung auftreten und betont, daß konsequente Therapie das A und O ist und ihr sehr geholfen hat. Nichtsdestotrotz gibt es leider auch zahlreiche Beispiele, vor allem bei Männern, in denen das Äußere doch arg leidet. Aber bei fehlender Therapie wäre es viel schlimmer. Man muss sich auf eine langfristige Therapie einstellen.

(Stand 15.04.2019)