Iriserkennung:

Bei der sogenannten Iriserkennung, nimmt eine Digitalkamera, vor einem sicherheitstechnisch kritischen Bereich, optisch ein hochauflösendes Bild der Regenbogenhaut (Iris) des Auges auf. Ein Rechner vergleicht 266 Merkmale der Iris mit den gespeicherten Daten über die charakteristischen Muster der Bänder, Furchen, Flecken und Ringe der Irisoberfläche. Besteht Übereinstimmung, wird Zutritt gewährt. In der Regel wird diese Technologie zur Personenerkennung in sicherheitsrelevanten Bereichen verwendet.

Weitere Erkennungsverfahren sind:

  • Der Fingerabdruckscan dagegen vergleicht nur 40 Merkmale.
  • Das Netzhautbild mit seinem typischen Blutgefäßverlauf eignet sich dazu übrigens auch, ist aber technisch noch aufwendiger in der Erfassung.
  • Als weiteres Erkennungs- und Legitimationsverfahre gibt es noch die Gesichtserkennung. Sie wird viel bei Mobiltelefonen eingesetzt. Alle einfacheren und älteren Geräte können aber mit einem Photoausdruck des Besitzers ausgetrickst werden. Erst Geräte der neueren Generation sind in der Lage räumliche Details zu erfassen und sind mit einem Photo nicht auszutricksen. Bei Samsung ist dies z.B. erst ab dem Modell S26 der Fall.

Iris- statt Paßkontrolle gibt es z.B. auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol. Wer die Merkmale seiner Regenbogenhaut (Iris) auf einer Chipkarte speichern lässt, kann ohne Personalausweis den Flughafen betreten, Parken oder einchecken.

Iris

Er steckt seinen Chip (der mit den gespeicherten Merkmalen) in ein Gerät, blickt in die Kamera und bei übereinstimmenden Merkmalen geht die Schranke auf. Dies ist übrigens völlig ungefährlich für das Auge. In einem Krankenhaus bei Leipzig kommt nur Personal das zur Neugeborenenstation gehört durch die Eingangstür, da dort ausschließlich ein Irisscanner die Tür öffnet. Erfassungsdauer 2 Sekunden, Irrtumswahrscheinlichkeit 1:10 hoch 78, also kaum vorhanden. Die Flugzeugfirma Boeing führt dieses System jetzt für alle Werkhallen und Labore ein. Die rund 200.000 Beschäftigten und Lieferanten kommen nur nach einem Irisscan hinein. Inzwischen ist dieses System auch für private Sicherheitsanlagen erhältlich. Der Stand 2010 ist, daß die US-Heimatschutzbehörde plant, Scanner an der texanisch-mexikanischen Grenze zu testen. Diese neue Generation von Scannern kann Aufnahmen der Irs aus einer Distanz von 1-2 Metern machen. so können die Augen von Menschen im Vorbeigehen, sogar beim Joggen registriert werden. Durch die Speicherung von mehr als 2000 Bildpunkten, ist die sichere Unterscheidung aller Erdenbürger möglich (Anm.: Selbst eineiige Zwillinge haben eine unterschiedliche Irisstruktur).

Erwähnt werden sollte allerdings, daß es Veränderungen der Irisstruktur im Laufe des Lebens gibt. Diese entstehen z.B. durch Tumore (das Irismelanom z.B. ), Verletzungen, Operationen (bestimmte Operationen beim Grünen Star) oder einige Fälle schwerer Erkrankungen (schwerster Diabetes, bestimmte Rheumaformen). Hier handelt es sich jedoch um so seltene Ereignisse, daß die ansonsten unveränderliche Iris, ideal als Erkennungsmerkmal dienen kann. Zur prinzipiellen Krankheitserkennung, wie in der Irisdiagnostik behauptet, eignet sie sich nicht, da von den eben erwähnten Ausnahmen abgesehen, keine Veränderung der Iriszeichnung im Laufe des Lebens auftritt.

Stand 14.05.2026)