Bedeutung der Luftfeuchtigkeit:

Trockene Schleimhäute, brennende und tränende Augen und schon wieder ein "elektrischer Schlag" beim Anfassen der Türklinke. Zu trockene Luft im Haus kann nerven. Vor allem an klaren, kalten Wintertagen - wenn die Heizung ständig läuft - herrscht zwar mollige Wärme aber die Luftfeuchtigkeit fällt auf unter 30%. Insbesondere Fußbodenheizungen sind, was die Austrocknung der Raumluft angeht, sehr “effektiv”. Der Körper fühlt sich aber am wohlsten, wenn die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60% liegt. Ansonsten “beschweren” sich die Schleimhäute. Die Anfälligkeit für Erkältungen steigt.

Forschungen des Centre for Disease Control and Prevention ergaben, dass eine niedrige Luftfeuchtigkeit von 23% dazu führt, dass 70,6% bis 77,3% der vorhandenen Grippeviren Infektionen verursachen – auch eine Stunde nach dem letzten Husten. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 43% verursachten nur 14,6% bis 22,2% der Grippeviren Infektionen – das ist um mehr als zwei Drittel weniger als bei niedriger Luftfeuchtigkeit. Insofern kann man sagen, dass gesunde Feuchtigkeitswerte die Verbreitung von Grippeviren verringern. Auch eine Studie der Universität Yale bestätigte den Zusammenhang zwischen niedriger Luftfeuchtigkeit und dem erhöhten Risiko an Grippe zu erkranken. Die Testpersonen waren anfälliger für Grippeerkrankungen, wenn sie den Viren bei niedriger Luftfeuchtigkeit ausgesetzt waren. Niedrige Luftfeuchtigkeit wirkte sich auf drei Arten auf das Immunsystem der Testpersonen aus. Sie verhinderte die mukoziliäre Reinigung, die natürliche Selbstreinigung der Atemwege, wie zum Beispiel über die Nase. Darüber hinaus waren auch die angeborene antivirale Abwehr und die Gewebereparatur beeinträchtigt. Dadurch wurde nicht nur die Verbreitung der Viren erhöht, sondern auch die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers beeinträchtigt.

Insbesondere die Augenoberfläche ist sehr anfällig (s. trockenes Auge) für trockene Luft. Ein sogenanntes Hygrometer - ein Feuchtigkeitsmesser - hilft den Stand der Dinge zu überprüfen. Subjektives Empfinden und wirkliche Raumfeuchte entsprechen sich nicht immer und sind je nach Aktivitäten wie Duschen und Lüften, durchaus wechselhaft. Zu feuchte Luft andererseits ist genauso schlecht, da so Schimmelbildung und Asthma gefördert wird !!!

Laut Harvard Review sind 21% der jährlich 21,8 Millionen Fälle von Asthma auf Feuchtigkeit und Schimmel in den Wohnungen zurückzuführen.

Insofern sollte man erst mal messen, wie die Werte wirklich aussehen, bevor man aktiv wird.

Was tun bei zu trockener Luft ? (Tips für den Alltag)

Lüften

Bringt für den Sauerstoff viel und ist daher regelmäßig notwendig, bringt aber im Winter für die Luftfeuchtigkeit meist leider wenig. Kalte Luft nimmt nur wenig Wasser auf. Daher kann die kalte Luft von draussen auch nur wenig Feuchtigkeit nach drinnen transportieren. Daher nur kurz durchlüften (Fenster auf Durchzug), damit nicht alles im Raum auskühlt und zumindest frische d.h. sauerstoffreiche Luft wieder in die Räume kommt. Besser sind Lüftungsanlagen, die in energieeffizienten Neubauten sowieso zur Schimmelvorbeugung vorgeschrieben sind. Sie vermeiden die Wärmeverluste, da sie bis zu 95% der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen und die kalte Aussenluft anwärmen. Zusätzlich sind sie auch noch mit Pollenfiltern ausgestattet, was bei Allergien ein großer Vorteil ist.

Weniger Heizen

Eine niedrige Raumtemperatur bringt für die Luftfeuchtigkeit zunächst wenig aber der Austrocknungseffekt der Heizung ist geringer. Hier sind allerdings durch irgendwann fehlenden Komfort (das “Zähneklappern” stört) Grenzen gesetzt. Fazit insofern, nicht zu warm heizen, sondern gerade so angenehm und eher mal was mehr anziehen. Schont auch den Energiegeldbeutel.

Wasserbehälter auf und an den Heizungen

Leider nur geringe Verdunstung und im stehenden aufgeheizten Wasser fühlen sich die Bakterien besonders wohl.

Zimmerspringbrunnen

Zimmerbrunnen

Schon besser, da das Wasser nicht so warm ist, haben aber Grenzen bei großen Räumen. Aber nett aussehen tut es wenigstens.

Elektrische Verdampfer, sogenannte Luftbefeuchter

Sehr effektiv und gut wenn bestimmte Dinge beachtet werden: Die Filter im Gerät müssen nach jeder Heizperiode ausgetauscht werden. Regelmäßiges Reinigen und Entfernen der Kalkrückstände. Ein gutes Gerät erhöht die Feuchtigkeit nicht nur, sondern überwacht sie auch - und schaltet ab, wenn die optimale Raumluftfeuchte erreicht ist. Weiterhin sollte man sich vor einem Kauf bei einer Verbraucherberatung über die aktuell besten Geräte erkundigen. Es gibt sehr unterschiedliche Preisklassen und technische Prinzipien mit daraus folgenden Vor- und Nachteilen. Einige Geräte sind regelrechte “Bakterienschleudern”.

Im Wesentlichen haben sich zwei Technologien durchgesetzt: Luftwäscher und Dampfbefeuchter. Luftwäscher versprühen einen feinen Luftnebel, der im Raum oder im Gerät verdunstet. Sie benötigen viel Pflege, sie sollten nach jeder Füllung des Wassertanks gereinigt werden, sonst besteht die Gefahr, dass sich Keime und Schmutz im Raum verteilen.

Dieses Hygieneproblem haben Dampfbefeuchter nicht. Sie funktionieren wie Wasserkocher und erhitzen Wasser, das dann im Raum verdampft.

Ob ein Luftbefeuchter in der Wohnung sinnvoll ist, lässt sich durch regelmäßige Messung der Luftfeuchte mit einem Hygrometer feststellen. Dies ist insofern von Bedeutung, als die Raumluftfeuchte im Wechsel der Jahreszeiten variiert. In der Übergangszeit von Oktober bis November sowie Februar bis März ist sie meist noch bzw. wieder hoch, während sie in der kalten Phase von Dezember bis Januar sehr niedrig sein kann. Luftbefeuchter braucht man also nicht durchgängig.

Zu bedenken ist auch, daß Wohnungen im Allgemeinen eher zu feucht als zu trocken sind , weil meist bei Heizbetrieb zu wenig gelüftet wird, vor allem wenn sich viele Menschen darin aufhalten, die kochen, waschen, duschen und sich bewegen. Luftbefeuchter sind eigentlich nur an sehr kalten Wintertagen notwendig und dann hilfreich für die Schleimhäute.

Wäsche drinnen trocknen

Die frisch gewaschene Wäsche einfach zu Hause lufttrocknen lassen, statt im Wäschetrockner oder im Freien. Die Feuchtigkeit der Kleidung geht dann in die Raumluft über.

Ein Bad nehmen

Nach einem Bad das Badewasser solange in der Wanne lassen, bis es abkühlt. So kann noch ein bisschen Wasser verdampfen. Wenn Kleinkinder Zuhause sind, ist hier allerdings Vorsicht geboten.

Duschen

Beim Duschen einfach die Türen offen lassen, damit die Luftfeuchtigkeit in der gesamten Wohnung zirkulieren kann.

Zimmerpflanzen

Sie transportieren das über die Wurzeln aufgenommene Gießwasser in Richtung Blattwerk und Blüte. Dort wird es verdunstet und in die Luft abgegeben. Insbesondere in der Kalten Jahreszeit, wenn ständiges Heizen und geringes Lüften zu trockenen Augen, trockener Haut und Kopfschmerzen führt, schafft eine Zimmerpflanze auf natürliche Weise Abhilfe. Keine andere Zimmerpflanze kann die Raumluft so effektiv verbessern wie die Hortensie. Dafür muss sie allerdings regelmäßig (2-3x wöchentlich) gegossen werden, so daß der Topfballen nie vollständig austrocknet. Das Gießwasser sollte möglichst kalkarm sein, da die Hortensie saure Böden bevorzugt. Weiterhin braucht sie einen hellen Standort. Sobald die Aussentemperaturen über 10 Grad gehen, kann sie umgetopft werden und den Sommer im Freien verbringen.

(Stand 20.10.2020)