Wie wird das Farbensehen überprüft ?

Das Farbensehen ist eine Fähigkeit des Auges, die durch eine kom- plizierte Zusammenarbeit von Auge und darüber gelegenen Seh- zentren ermöglicht wird. Durch viele Einflüsse kann dies gestört, ein- geschränkt oder gar von vornherein nicht vorhanden sein (Vergleiche auch: Wie sehen wir Farben unter Wissenswertes). Wenn hier ein Verdacht besteht, kann dies überprüft werden. Die einfachste Methode sind Farbtafeln, bei denen ähnliche Farben in gleicher Helligkeit nebeneinander abgebildet werden. Der Farbschwache oder Farbenblinde versucht sich nämlich dadurch zu helfen, daß er sich merkt, daß eine Farbe immer etwas dunkler ist als eine be- stimmte andere. Bei diesen Tafeln wird er aufgrund des Drucks der verschiedenen Farben in der gleichen Helligkeit in die Irre geführt. Die bekanntesten Tafelsysteme sind die nach Ishihara (testet Rot/ Grün-Unterscheidungsprobleme, ein Beispiel rechts oben) und die nach Velhagen (testet vor allem Blau/Gelb-Unterscheidungsproble- me, ein Beispiel rechts unten). Jeweils eine von zahlreichen Tafeln ist rechts abgebildet.

Ishiharatest
Velhagentest

Auf der Seite www. farbsehtest.de/) findet sich ein auf diesen Tafeln basierender Test mit dem derzeit überprüft wird, ob Farbsehstörungen auch per Internet feststellbar sind.

Anomaloskop

Eine weitere Seite nach diesem Prinzip finden Sie HIER. Wenn bestimmte oder alle Tafeln nicht richtig gelesen werden, liegt eine Farbsehstörung vor. Das genaue Ausmaß läßt sich mit dem sogenannten Anomaloskop (links im Bild) überprüfen. Dies ist ein Gerät in dem man verschiedene Farben neben- einander sehen und miteinander vergleichen kann. Braucht jemand z.B. immer sehr viel Grün in den Farben, um sie als grünlich zu erkennen, ist er farbschwach für Grün. Man kann hinterher an einer Skala ablesen wieviel. Dies wird ausgedrückt im sogenannten Anomaliequotienten.

Für bestimmte Tätigkeiten und Führerscheine (Motorboot, CAD-Arbeitsplätze etc.) ist nur eine gewisse Farbschwäche erlaubt oder sinnvoll. Das heißt bei Verdacht auf eine Farbschwäche sollte dies vorher überprüft werden. Über die Häufigkeit von erblichen Farbschwächen, siehe unter Zahlen zum Auge.

Wie wird das Dämmerungssehen überprüft ?

Das Auge kann 16 Millionen Intensitätsunterschiede von Licht unterscheiden. Hier sind viele Bestandteile des Auges mit verantwortlich. Mit einem weiteren Gerät (rechts im Bild) in der Augenarztpraxis wird das sogenannte Kontrastsehen bzw. Sehen bei Dämmerung (vergl. auch Probleme im Dunkeln) und die Blendungsempfindlichkeit (s. Blendung) überprüft. Nach einer Eingewöhnung von 5-10 Minuten in einem dunklen Raum, muß man ganz schwach erkennbare Zeichen (sogenannte Landoltringe) in dem Gerät ohne und anschließend mit Blendung (Gegenlicht) unterscheiden. In mehreren Stufen wird der Kontrast, d.h. der Helligkeitsunterschied zwischen Umgebung und Zeichen, vermindert. Bestimmte Werte (Kontraststufen) gelten als normal. Werte darunter sind anlagebedingt oder krankheitsbedingt.

Was sind die Ursachen für eingeschränktes Kontrastsehen?

Mesoptometer

Es gibt hier neben der Nachtblindheit und Trübungen der optischen Medien (Hornhaut, Glaskörper und Linse) viele verschiedene einfache bis bedeutsame Ursachen, die abgeklärt werden müssen. Das reicht vom Trockenen Auge bis zu Hirnschäden nach Unfällen. Letztere können das Kontrastsehen lange bis dauerhaft einschränken. Manch einer, der meint nachtblind zu sein braucht aber bloß eine bessere Brille, da Unschärfe nachts mehr stört.

Was kann man tun ?

Je nach Ergebnis der Untersuchung kann es sinnvoll sein, das Fahren bei Nacht zu vermeiden (Vergleiche auch Anforderungen im Strassenverkehr). Das Kontrastsehen und die Fahrtüchtigkeit kann bei einem beginnenden Grauen Star schon stark herabgesetzt sein bevor die reine Sehschärfe (siehe Sehtest) verschlechtert ist. Grund ist, daß bei der Sehschärfeprüfung immer ein maximaler Schwarz/Weiß-Kontrast angeboten wird und letztendlich mehr die Auflösung überprüft wird - also wie kleine Sachen kann ich noch unter scheiden - während das “flaue Bild” durch die Linsentrübung es mir schwer macht bei nicht optimaler Beleuchtung (z.B. Lesen abends auf dem Sofa oder beim nächtlichen Autofahren) noch etwas genau zu erkennen.

Trübungen wenn möglich entfernen (z.B. durch Operation des Grauen Stars)

Vermindertes Kontrastsehen bedeutet auch häufig eine erhöhte Gangunsicherheit, da Bodenunebenheiten und Stufen schlechter erkannt werden. Hier sollte man mit Gehhilfen - im schlimmsten Fall ein Rollator - arbeiten und zu Hause Stolperfallen entfernen.

Bei krankhaften Veränderungen können evt. sogenante Kantenfilter (Gläser, die bestimmte Wellenlängen des Lichtes ausblenden) das Kontrastsehen bessern und die Blendungsempfindlichkeit vermindern.

Nicht vergessen sollte man aber auch, daß der Mensch bei flauer Beleuchtung, nun mal an seine biologischen Grenzen stösst und daher mancher einfach mit Problemen beim nächtlichen Autofahren (insbesondere bei Nässe und Gegenlicht) leben muss.

(Stand 23.01.2018)